Einleitung: Anständige Politik für den Landkreis Wolfenbüttel

Politik ist nur dann anständig, wenn sie anpackt, was ansteht – und dem nicht ausweicht. Wir wissen alle, was ansteht, welche Probleme und Herausforderungen drücken; wir werden getreu unserem alten Motto „Global denken, lokal handeln“ die Dinge anpacken.

  • Die globale Klimakatastrophe ist längst Realität und eine existenzielle Bedrohung für uns alle
  • Seit Fukushima ist die Mär von der umweltfreundlichen Atomenergie endgültig zur Legende geworden
  • Die Konsum-Ideologie des „Immer mehr ist immer besser“ ist an ihrem Ende angelangt
  • Die Bevölkerung auch in unserem Landkreis wird drastisch schrumpfen
  • Die kommunale Handlungsfähigkeit ist mehr als bedroht, nicht nur durch Schuldenberge und knappe Finanzen
  • Die Politik hat ihre Steuerungsanspruch fast aufgegeben: Das große Geld regiert die Welt
  • Gleichzeitig erleben immer mehr Menschen: Geld ist keine Lebensqualität

Diese Situation könnte ein Resignieren nahelegen. Interessanter Weise geschieht aber genau das Gegenteil: Immer mehr Menschen suchen und praktizieren Alternativen, in allen Schichten der Gesellschaft sprießen vielversprechende Aktivitäten, auch im Landkreis Wolfenbüttel:

  • In Schöppenstedt organisiert eine Initiativgruppe gut besuchte Veranstaltungen zum Thema „Regiogeld“ und „Grundeinkommen“
  • Hühnerfabrik-Pläne um Asse und Oderwald sorgen dafür, dass vielen Menschen die Zusammenhänge zwischen Massentierhaltung und globalem Hunger bewusst werden
  • Die stetige Arbeit der Asse-Aktivisten hat zum Plan der Atommüll-Rückholung geführt und zur neuen Stärke der Anti-AKW-Bewegung beigetragen
  • Bürgerinitiativen fordern die Erdverkabelung der Stromtrasse Wahle-Mecklar

Wir Grünen verstehen uns nach wie vor als eine Bewegung, die den Realitäten frühzeitig ins Auge sieht, im kreativen Diskurs nach Lösungsansätzen sucht und mutig in die Tat umsetzt – wissend, dass neue Wege manchmal mit Fehler behaftet sind und korrigiert werden müssen. Dabei nehmen wir gerne in Kauf, oft eine unbequeme Minderheit zu sein. Allerdings freuen wir uns auch, dass wir mit unserer Politik inzwischen die „Mitte der Gesellschaft“ darstellen. Das eröffnet neue Umsetzungsmöglichkeiten, die wir nutzen wollen. Und es beschert uns eine große Verantwortung, die wir auch im Landkreis Wolfenbüttel und all seinen Gemeinden in der Wahlperiode 2011-2016 voller Respekt gerne übernehmen.

5 Responses to “Einleitung: Anständige Politik für den Landkreis Wolfenbüttel”

  1. Michael Beck sagt:

    Hallo,

    ich habe folgende Vorschläge zur Einleitung:

    Klimakatastrophe würde ich durch Klimawandel und Bedrohung durch Herausfordeung ersetzen, ob es eine Katastrophe wird, wird sich noch zeigen müßen, denke ich.

    Ich würde auch Tschernobyl erwähnen.Beide Unfälle (und unzählige andere) haben die Gefahren der Atomenergie aufgezeigt.

    „Immer mehr ist immer besser“ trifft es nicht so ganz, mir fällt nur im Moment keine andere Formulierung ein.

    Die Bevölkerung wird hoffentlich nicht schrumpfen, sondern nur die Anzahl der Menschen.

    Die kommunale Handlungsfähigkeit ist eingeschränkt durch hohe Schuldenberge und geringe Einkünfte.

    Das „große Geld“ wer ist das? Banker, Konzernlenker und Reiche, so ist es mein Eindruck, also besser benennen.

    „Geld ist keine Lebensqualität“ würde ich in „Materieller Besitz hat allein keine Lebensqualität“ umformulieren.

    Leider bin ich selbst nicht ganz rechtschreibsicher, daher würde ich empfehlen jemandem das zur Korrektur vorzulegen, da ich doch ein paar Fehler entdeckt habe.

    Liebe Grüße Michael

  2. Micael Beck sagt:

    nochmal zum Punkt Konsumideologie, ich denke die meisten denken noch nicht so wie es der Satz beschreibt, sie erfahren es ja nicht welche Wirkungen ihr Verhalten hat, ich würde mehr daruf hinschreiben, dass ihr Konsumverhalten Einfluß auf die Welt hat, Ausbeutung von Menschen weltweit, Plastik in den Weltmeeren, Abholzung des Regenwaldes, Ölverschmutzung in Nigeria, etc. d.h. noch können sie konsumieren und weiter so machen. Der Satz sollte ausdrücken, dass wenn wir so weiter machen wie bisher, wir in Schwierigkeiten geraten die dann schwer zu beseitgen sind bzw. unser Konsumverhalten schon jetzt große Probleme erzeugt.

  3. Micael Beck sagt:

    zu vielversprechenden Aktivitäten, kann man noch dazu zählen, dass erreicht wurde, dass in Sickte kein GVO mehr ausgebracht wird und dieses Jahr auch am vTI kein Feldversuch stattfindet.

  4. Micael Beck sagt:

    und noch dass nach Fukushima, viele Kunden zu Naturstromanbietern gewechselt haben, auch wenn es da bezüglich der Stadtwerke WF noch Diskussionen gibt

  5. Stefan Brix sagt:

    In diesem Kapitel sollte eine klare Aussage dazu stehen, wie wir mit dem viel genannten, aber offenbar wenig anerkannten demografischen Wandel umgehen wollen. Es kommt mir vor als säßen lauter Kaninchen vor der Schlange, die die Schlange so wenig als real anerkennen wollen, dass es ihnen noch nicht einmal dazu gereicht, sich wenigstens mit den Hinterläufen am Kopf zu kratzen.

    Mir ist schon klar, dass es nicht leicht ist zu einem „negativen“ Thema „positive“ Aussagen zu machen, aber wir sollten hier nicht den Boris Palmer machen und bloß nichts am Mainstream vorbei sagen zu wollen.

    Also, was tun wir Grünen konkret dafür, dass der demografische Wandel für die EinwohnerInnen besonders betroffener Ortschaften verträglich gestaltet wird?